KURS OST-SÜD-OST

 

 

Über den Wolken….

Prolog;
Wie ja  den meisten Vereinsmitgliedern bekannt, hat RBAR in dankenswerter Weise die Kosten für einen  Ersatz des „proplosen“ OE-9086 übernommen.
Rudi fand, nach längerem Suchen, einen sich in  hervorragendem Zustand befindlichen
SF 25 C mit 2-Beinfahrwerk und 2ltr. 80 PS Motor.  Perfekt für das FSZ geeignet. Standort Enschede  in Holland.
Nach Freigabe seitens RBAR und Begutachtung durch einen Sachverständigen, Ausarbeitung und Abschluss des Kaufvertrages, war es am 12.November soweit, dass alles abgeschlossen war und wir das „Go“ zum Abholen erhalten haben.

Kurs OstSüdOst!
Die Planung war ja fast perfekt und fast hätte ja auch alles nach Plan funktioniert, aber nur
fast!

Rudi und ich fliegen am Mittwoch (14.11.) mit der heimische Fluglinie nach Düsseldorf. Mit der
Bahn geht’s dann, mit einmal umsteigen, recht zügig weiter nach Enschede. Wir sind, wie
vereinbart, exakt um 18 am Bahnhof in Enschede und Rudi versucht die beiden Kontaktleute
telefonisch zu erreichen. Nichts, keiner der beiden Herren hebt trotz mehrfacher Versuche ab
und wir stehen ziemlich verloren am Bahnhof. Zum Glück hat Rudi Zugriff auf seine mails und
findet noch das allererste mail, wo er Kontakt mit dem „Twentsche Zweefvlieg Club“ aufge-
nommen hat. Darin die Tel.Nr. von Herrn Klaas und der hebt auch gleich beim ersten Anruf
ab. „Keine Panik“ sagt er, bin in zehn Minuten am Bahnhof.

Kurze Zeit später fährt er auch vor und wir fahren zum Flugplatz, treffen dort noch ein weiteres Clubmitglied und beginnen die Papiere des PH-678 zu sichten. Tolles Clubhaus, warm geheizt, ebenso der Hangar, ein ehemaliger F16 Bunker, den sich die Leute da hergerichtet haben. Wir sehen uns den PH-678 an und sind von dem hervorragenden Zustand sehr beeindruckt.

Danach werden wir in ein sehr gutes Hotel gebracht, wo Rudi und ich ein „Familien-zimmer“ beziehen und anschließen im Hotelrestaurant auch bestens essen.

Am Donnerstag früh werden wir um 9:30 Uhr abgeholt und zum Flugplatz gebracht. Der
Flieger steht bereits vor der Halle.

Er wird noch aus Kanistern gratis vollgetankt und Rudi macht mit Herrn Klaas zwei Platzrunden. Als sie zurückkommen, steige ich ein und wir fliegen pünktlich 10:00UTC ab.
Erster geplanter Wegpunkt ist der Verkehrs-landeplatz Eisenach-Kindel (EDGE), wo wir landen und nachtanken wollen. Das Wetter ist klar, die Bodensicht durch Dunst eingeschränkt aber durchaus fliegbar. Kurz nach passieren von Paderborn-Lippstadt beginnt leicht hügeliges Gelände und es erstreckt sich über diesem eine geschlossene Wolkendecke, die in ihrer Breite über den kompletten Horizont reicht und deren Ausdehnung in Flugrichtung nicht abschätzbar ist.
Wir fragen bei Langen Info um die Bedingungen in Eisenach an und hören, dass dort IMC
gegeben ist. Kurz vorher haben wir gehört, dass Hof-Plauen VMC hätte, das liegt aber
ebenfalls am Kurs und irgendwo hinter der geschlossenen Bewölkung. Langen Info empfiehlt
in Kassel oder Paderborn-Lippstadt zu landen, worauf wir uns auf Paderborn einstellen.
Funkkontakt zu Paderborn mit dem Ersuchen um Landeinformationen. Der gute Mann am
Turm teilt uns mit, dass der Platz heute wegen Reparaturarbeiten an der Piste geschlossen ist
und dass doch ein NOTAM ausgegeben wurde. Er klärt uns aber nach einiger Diskussion
darüber auf, dass wir doch in Paderborn-Haxter (EDLR) landen könnten, der Platz läge ja nur
sechs Meilen entfernt. Was wir dann auch machen.
Feiner Flugplatz, Hartbelag, feines Fliegerstüberl, feines Bier, durchwegs nette Leute.
Leider können wir den Flieger nicht hangarieren, fahren mit dem Taxi nach Paderborn,
nächtigen im IBIS Hotel und fahren am nächsten Morgen gegen 8:30 zum Flugplatz. Am Weg
dahin besorge ich noch rasch zwei Tücher zu trockenlegen unseres Fliegers. Eiskalt, wirklich
eiskalt ist der Tau auf dem Flugzeug und wir frieren uns die Hände ab. Wir tanken und fliegen
um 09:29 UTC Richtung Hof-Plauen (EDQM) los. Eisenach hat wieder IMC, Hof-Plauen aktuell
VMC.
Der Flug verläuft mehr oder weniger problemlos. Wir fliegen zwar zeitweise über einer geschlossenen Wolkendecke, haben aber immer Sicht nach Norden zum Boden. In Hof-Plauen (Landung 12:01) rollen wir sofort zum Tanken und sehen ein paar „Erlkönige“
von BMW herumstehen. Rudi hebt sofort das Handy zum Fotografieren, worauf ihm der
Tankwart eine „Festnahme“ androht. Ich gehe zwischenzeitlich zahlen, die getankte Menge
kommt per Funk. Wir trinken nur Wasser aus dem Wasserhahn auf der Toilette und fliegen
sofort (12:48) Richtung Pilsen-Line (LKLN) weiter. Wir landen um 13:59 dort, bekommen

einen Kaffe von der Dame im „C“, welche uns auch einen Hangarplatz organisiert.

Fahrt nach Pilsen ins Hotel Central, direkt am Hauptplatz. Wir trinken dort im Restaurant das
erste Pilsner, was uns trotz des unglaublich osteuropäischen Charmes der Umgebung
ausgezeichnet schmeckt.

Nach einer ausgiebigen und sehr heißen Dusche gehen wir in ein  nahes Gasthaus, wo wir bestens essen und noch besser trinken. Rudi kann es sich nicht verkneifen, zum Abschluss einen „Jelinek“ zu bestellen. Hochprozentig und klar, für mich kaum
trinkbar.
Am nächsten Morgen fahren wir wieder per Taxi zum Flugplatz, räumen den Motorsegler aus,
bekommen noch 20 Liter aus dem Kanister und werden, auf dem riesigen Flugplatz, von
einem äußerst netten Herrn zum Zahlen der Landegebühr chauffiert. Rudi muss fast mit Gewalt aus dem Hangar gescheucht werden. Der Grund: Unter den zahlreichen Flugzeugrelikten finden sich wahre Raritäten, vom perfekt original lackierten
Grunau Baby bis zum L-39 Albatros, Saab Safir, Chmelak, Zlin 526, Cessna L-19 und 170 und
vielen tschechoslowakischen Seglern, die einer eventuellen Restaurierung entgegensehend.

 

Wir starten um 09:49 und fliegen Richtung österr. Grenze. Wir wollen eventuell Dobersberg und
Altlichtenwarth aus Sicherheitsgründen mitnehmen. Westlich, exakt auf Kurs, liegt wieder eine
geschlossene Wolkendecke, welcher wir entlang fliegen. Aufgrund des Südost haben wir nur eine Grundspeed zwischen 80 und 90KM/h. Kurz nach der Grenze gehen wir auf 118,525 für Wien Info und ersuchen um Wetter- und Verkehrsinformationen. Wetter gibt es für LOAS leider nicht. Also fliegen wir weiter und beginnen den Descend. Auf 2.500ft wird jetzt auch die Groundspeed besser und es wird klar, dass wir mit dem Sprit locker bis LOAS kommen. Als wir dann die OE-DHU am Spitz starten hören, sind wir erleichtert, der Platz ist offen. Wir landen um 12:39 in LOAS und werden schon von einem Empfangskomitee erwartet.

Die Burschen haben unseren Flug auf Flightradar24 verfolgt. Nichts wie in die Halle mit dem Flieger, Sascha bringt mich umgehend heim. Ich hab das dringende Bedürfnis nach einer heißen Dusche und einer Stunde Schlaf. Bordpapiere nehme ich mit, die Flugzeiten hab‘
ich dann am Sonntag eingetragen.
Interessanter Flug, sicher die letzte Möglich-keit, den Flieger noch in diesem Jahr zum Spitz zu bringen. Ein zweites Mal muss ich aber eine solche Strecke (900Km) mit einem SF25 bei derartigen Bedingungen und einer so kurzen Tageslänge nicht haben.

Daten des Fluges : 15.11   Enschede EHTW 10:00>EHTW 10.12 Wenighofer- Klaas
2 Ldg.  40ltr. Super geschenkt !
EHTW 10:30>EDLR 12:20 Paderborn Haxterberg,  1:50, 25 ltr. Super
16.11   EDLR  09:29> EDQM 12:01 Hof/Plauen   31 lt. Avgas
EDQM 12:48>LKLN 13:59   Pisen-Line´  20 lt. Avgas
17.11   LKLN   09:49>LOAS  12: 39, 2.50 h    Tankanzeige ½ !
Gesamtüberstellungskosten, Tickets, Hotel, Essen und Sprit, ca. 1.500.- Verbrauch auf diesem Flug ca. 12Ltr/Stunde.

Das Flugzeug muss jetzt noch auf ein OE-Kennzeichen (OE-9678 ??) umgemeldet werden, was sich wahrscheinlich aufwändiger gestaltet, als der Kauf und die Überstellung. RBAR als Käufer wird diese Kosten tragen. Vor dieser Ummeldung darf das Flugzeug nicht in Betrieb genommen werden.

Das FSZ dankt RBAR für den Kauf des Motorseglers und alle, die diesen in Zukunft bewegen werden, haben sicher ihre Freude an dem neuen Gerät.

allways happy landings   Fritz Jelinek

 

…wieder Daheim….
…do furn is eh a Loch, Fritz…….
Wolke 7 – Paderborn-Haxterberg
Hangar in Pilsen -Chmelak und VS 10
in Pilsen …Grunau Baby
Enschede Shelter – früher F-16 >>> SF-25 C

Hof/Plauen

über Kassel

 

 

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